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21.11.2026
UHRZEIT
16:00
KONZERT
musikMachtpoesie

Franziska Pietsch, Violine

Maki Hayashida, Piano

Walter Prettenhofer, Sprecher

musikMachtpoesie ist ein einzigartiges Konzertformat, das Musik und Literatur auf intensive und berührende Weise miteinander verbindet. Die Geigerin Franziska Pietsch, die Pianistin Maki Hayashida und der Schauspieler Walter Prettenhofer entführen das Publikum in die bewegenden Lebens- und Seelenwelten großer Komponisten vergangener Zeiten.

Gemeinsam spüren sie der Faszination und dem Zauber der Musik nach – jenem Klang, der über Jahrhunderte hinweg Herzen bewegt und Seelen berührt hat. Musik, die uns heute scheinbar selbstverständlich begleitet, uns prägt, tröstet und herausfordert – oft ohne dass wir bewusst nach ihrem Ursprung fragen.

Doch wie ist sie entstanden? Unter welchen Umständen wurde sie komponiert, gedacht, erlitten? Welche inneren und äußeren Welten spiegeln sich in ihr? Mit sorgfältig ausgewählten Texten und einer klug durchdachten dramaturgischen Verbindung von Klang und Sprache werden historische Hintergründe lebendig, biografische Brüche erfahrbar und künstlerische Botschaften hörbar gemacht.

musikMachtpoesie geht weit über das bloße Hören von Musik hinaus. Es lädt ein, die Kunst als Sprache der Seele zu entdecken und zu verstehen, wie Musik aus Zeiten des Umbruchs auch heute noch tief berührt, bewegt und verbindet.

Franziska Pietsch, Violine

„Franziska Pietsch gehört zu den spannendsten Künstlerpersönlichkeiten ihrerGeneration“, urteilte Fono Forum. Das kommt nicht von ungefähr. Denn im Spiel einer Musikerin spiegeln sich die Erfahrungen eines Lebens. Und das war bei Franziska Pietsch ungemein bewegt. Musikalisch als auch menschlich. Mit zwölf Jahren bereits wurde sie als Solistin großer Violinkonzerte gefeiert und nahm Virtuoses von Paganini und Sarasate auf. Als Konzertmeisterin verschiedener Orchester tauchte sie in die Welt der großen Sinfonik und Oper ein, ehe sie sich für einige Jahre intensiv der Kammermusik widmete – vor allem im Duo, im Klaviertrio und im Streichtrio. Heute hat sich längst der Kreis geschlossen und Franziska Pietsch beeindruckt mit Bachs Sonaten und Partiten für Violine solo ebenso wie mit Prokofjews Violinkonzerten, für deren Einspielung sie u.a. mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.

Das englische Magazin „Gramophone“ zeigte sich hingerissen von der besonderen Mischung aus „raw expression“ und „special Innigkeit“. Ob sie Bach oder Bartók, Grieg oder Penderecki, Strauss oder Schostakowitsch spielt – Franziska Pietsch gelingt dies mit einer Intensität, die mitreißt, aber nie effektheischend wirkt. Und wenn sie im Trio Lirico ihrer Liebe zum Streichtrio frönt, dann kann sie sich auch zurücknehmen, wo es angebracht ist. Diese Reife hat vielleicht mit ihrer Biographie zu tun.

Geboren in eine Musikerfamilie in Ost-Berlin, wurde Franziska Pietsch früh entdeckt und gefördert. Sie studierte beim berühmten Pädagogen Werner Scholz, debütierte mit elf Jahren als Solistin an der Komischen Oper Berlin und gewann ein Jahr später den 1. Preis beim Bachwettbewerb für Kinder und Jugendliche in Leipzig. Während sie sich auf den Menuhin-Wettbewerb in London vorbereitete, blieb ihr Vater nach einer Tournee im Westen. Zwei Jahre dauerte es, bis Franziska, ihre Mutter und ihre Schwester aus der DDR ausreisen durften, zwei Jahre, die geprägt waren von Repressalien, ohne Geigenunterricht und ohne Konzerte. Aber auch Jahre, in denen sie sich den grundsätzlichen Fragen stellen musste – welchen Weg im Leben sie gehen wollte und welche Rolle die Musik dabei spielen sollte. Geholfen hat ihr dabei vor allem die Musik Johann Sebastian Bachs. Der Neuanfang im „Westen“ war hart, auch wenn Ulf Hoelscher, einer der bedeutendsten Geiger in Deutschland, sie als Mentor unter seine Fittiche nahm. Nach dem Gewinn des Wettbewerbs „Maria Canals“ 1989 in Barcelona, wagte sie dann mit 20 den Sprung nach New York und studierte an der Juilliard School bei der legendären Dorothy DeLay. Wichtige Anregungen erfuhr sie darüber hinaus in Meisterkursen bei Wanda Wilkomirska, Herman Krebbers und Ruggiero Ricci.

Zurück in Deutschland übernahm sie für einige Jahre die Stelle als Erste Konzertmeisterin im Sinfonieorchester Wuppertal und gastierte in gleicher Position u.a. an der Deutschen Oper am Rhein, an der Frankfurter Oper, bei den Solistes Europèens und beim Orchestre Philharmonique de Luxembourg (deuxième soliste).

Zwischen 2000 bis 2014 spielte sie im Trio Testore, mit dem sie sämtliche Klaviertrios von Brahms aufnahm und das Festival „Mai Klassik“ gründete. 2014 gründete sie das Streichtrio „Trio Lirico“. Das kammermusikalische Spiel ist ihr bis heute genauso wichtig wie die solistische Zusammenarbeit mit großen Orchestern. Zu ihren Partnern zählten hier zuletzt u.a. das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, die Budapester Philharmonie, das Dortmunder Konzerthaus, unter den Dirigenten, mit denen sie musiziert hat, finden sich so prominente Namen wie Antoni Wit, Horst Stein, Arpad Joò, Moshe Atzmon, Julia Jones, Toshiyuki Kamioka und Christian Macelaru. Konzertreisen führten sie in zahlreiche europäische Länder, die USA und Südamerika. Darüberhinaus ist Franziska Pietsch gern gesehener Gast in der Elbphilharmonie,  im Palais de Beaux Arts, der Laeiszhalle Hamburg, der Berliner Philharmonie oder dem Konzerthaus Berlin, sowie bei Kammermusikfestivals, etwa beim Schleswig-Holstein - oder Aspen Music Festival.

Ihre CD Aufnahmen erleben ein herausragendes Echo und sind preisgekrönt. 2021 erhielt Franziska Pietsch den begehrten „International Classical Music Award“ für ihre CD „Fantasque“.

Vor wenigen Jahren ist eine neue Facette in Franziska Pietschs künstlerischem Schaffen hinzugekommen: 2015 hat sie zum ersten Mal eigene Gedichte in einem gemeinsamen Buch mit der Künstlerin Nasrah Nefer veröffentlicht.

Mit ihrem innovativen Projekt „musikMachtpoesie“ begibt sie sich gemeinsam mit einem Pianisten und einem Schauspieler auf eine unkonventionelle musikalische Reise. Im harmonischen Wechsel von Musik und Sprache soll dem Publikum ein tieferes Verständnis für Musik als poetisches Sprachrohr der Seele vermittelt werden.

Inspiriert von diesem ungewöhnlichen Konzertformat hat sie nun ihr eigenes Festival „WINTERKLASSIK“ gegründet. Die Premiere fand im Januar 2024 im Sorbischen Museum Bautzen statt, einem Ort, an dem verschiedenen Kulturen leben und ein idealer Ausgangspunkt für eine spannende Reise zu Musik, Sprache und Poesie ist.

Im April 2025 erschien bei ARIA Classics Franziska Pietschs neueste Einspielung: Tidesof Dance – mit Richard Strauss’ selten gespieltem Violinkonzert und Édouard Lalos Symphonie Espagnole, eingespielt mit der Orquesta Ciudad de Granada unter der Leitung von Jonathan Pasternack.

Sie spielt eine Violine von Carlo Antonio Testore, Mailand 1751


Maki Hayashida - Piano

Nachdem Maki Hayashida mit so bedeutenden Professoren wie Bernard Ringeissen am CNR de Rueil-Malmaison und Karl-Heinz Kämmerling in Hannover studierte, gab sie ihr Debüt 1995 als Solistin mit Beethovens 5. Klavierkonzert in der Alten Oper Frankfurt.

Als Preisträgerin mehrerer internationaler Klavierwettbewerbe, einschließlich des 1. Preises beim renommierten Wettbewerb „V. C.Righetti“ ist sie heute eine gesuchte Kammermusikpartnerin und Liedbegleiterin. Ihre besondere Neigung zum einzigartigen Repertoire für Violine und Klavier führte zu einer Zusammenarbeit mit dem Geiger Michael Jelden mit zahlreichen Radio-, Fernseh-und CD-Produktionen sowie ausgedehnten Konzertreisen durch ganz Europa bis Dubai und Kairo.

Nachdem sie sich einige Jahre auf ihre jeweiligen Solo- und Kammermusikprojekte konzentriert hatten, spielen Franziska Pietsch, Violine und Maki Hayashida, Klavier seit 2018 wieder intensiv zusammen. Die Inspiration ihrer langjährigen Freundschaft und Zusammenarbeit entfaltet eine musikalische Strahlkraft, die spannende Konzerterlebnisse garantiert. Ihre gemeinsame Aufnahme mit Violinsonaten von Bèla Bartòk (2021) und der Violinsonate von Dohnányi (2023) wurden vom Label Odradec veröffentlicht.

Als Klavierquartett mit dem Trio Lirico war sie 2025 auf der Israel-Tournee. Ein großes Engagement verbindet sie mit dem Tanztheater Pina Bausch und den Wuppertaler Bühnen mit denen sie in verschiedenen Produktionen im In- und Ausland auftritt.

Zusätzlich zu ihrer regen Konzerttätigkeit unterrichtet sie als Dozentin an derRobert Schumann-Hochschule in Düsseldorf.

Maki Hayashida wurde mehrfach vom japanischen Kultusministerium ausgezeichnet.

Walter Prettenhofer - Sprecher

Nach der Ausbildung zum Schauspieler an der Hochschule für Musik und darstellende Kunst „Mozarteum“ in Salzburg und langjähriger Tätigkeit als Schauspieler im Volkstheater Wien, am Theater der Jugend Wien, beim ORF Wien und bei THEATERmeRZ Graz absolvierte er die Akademie für den logopädisch-phoniatrisch-audiologischen Dienst in Wien, wo er 2005 diplomierte.

Bis 2010 arbeitete er als Logopäde am AKH in Wien mit dem Schwerpunkt Stimme und Schlucken. Danach war er an der FH Wiener Neustadt und der FH JOANNEUM als Lehrlogopäde für den Bereich Stimme tätig, arbeitete freiberuflich im Medical Center for Communication med4com in Wien und als Sprecherzieher an der Abteilung Schauspiel der Kunstuniversität Graz und am Max-Reinhardt-Seminar in Wien.

Von 2012 – 2014 studierte er an der Universität Regensburg „Rhetorik und Sprechwissenschaft“ im Masterstudiengang.

Seit 2014 unterrichtet Walter Prettenhofer als Sprecherzieher an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und betreute Produktionen am Deutschen Theater in Berlin, am Berliner Ensemble und am Theater Neustrelitz.

Er steht weiterhin mit Vorträgen, eigenen Sprechprogrammen und szenischen Lesungen auf der Bühne.

Ausstellung der Saison

Tom R.M., Fotographie

Achim Niemann, Malerei und Plastik

Eintrittspreis 25 €

gefördert durch die Sparkassenstiftung VP

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