
Wally Hase, Flöte
Robert Bauerstatter, Viola
Srebra Gelleva, Piano
Das Lobkowitz Trio Wien wurde 2021 von der Flötistin Wally Hase, der Pianistin Srebra Gelleva und dem Bratschisten Robert Bauerstatter gegründet. Fasziniert vom Reichtum der Klangfarben und inspiriert vom vielseitigen Repertoire der seltenen Besetzung Flöte, Viola und Klavier widmet sich das Ensemble mit besonderer Leidenschaft dieser kammermusikalischen Formation.
Seinen Namen verdankt das Trio einer Serenade des Komponisten Joseph Rösler, der im 18. Jahrhundert als Kapellmeister im Dienste des Fürsten Lobkowitz in Wien stand.
Das Repertoire des Ensembles spannt einen weiten Bogen von C. P. E. Bach bis Maurice Duruflé und wird durch sorgfältig ausgewählte Duo- und Solowerke ergänzt. Im April 2024 erschien die Rösler-Serenade in einer Ausgabe bei Edition Kossack, herausgegeben vom Trio selbst. Darüber hinaus liegen Einspielungen der Rösler-Serenade sowie des Trios von Maurice Duruflé vor, die auf YouTube zugänglich sind.
Eine besondere Würdigung erfuhr das Ensemble durch die rumänische Komponistin Doina Rotaru, die dem Trio 2025 ihre Élégie in der Fassung für Flöte, Viola und Klavier widmete.
Die drei Musiker leben in Wien und sind an zwei der renommiertesten Musikinstitutionen der Stadt tätig, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien sowie den Wiener Philharmoniker.
Wally Hase, Flöte
Die in Freiburg im Breisgau geborene Flötistin Wally Hase erhielt ihre erste prägende Ausbildung bei Prof. Karl Friedrich Mess. 1986 nahm sie ihr Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart auf, nachdem sie im selben Jahr ein Stipendium zum Weltjugendorchester in die USA geleitet hatte. Ihr Studium wurde von Prof. Jean-Claude Gérard und Prof. Aurèle Nicolet fortgeführt.
Als Mitglied des FestspielorchestersLudwigsburg führt sie Tourneen nach China, Japan und Südamerika. 1989 konzertierte sie in Neuseeland beim Festival of the Arts, 1990 war sie Stipendiatin der Richard-Wagner-Gesellschaft Bayreuth. Zwischen 1990 und 1993 musizierte sie im Ensemble 13 Karlsruhe sowie im Bach Collegium Stuttgart unter der Leitung von Helmuth Rilling.
Bereits vor Abschluss ihres Studiums war sie im Alter von 22 Jahren Soloflötistin der Staatskapelle Weimar, eine Position, die sie bis 2009 inne hatte. Seit 2008 verbindet sie eine regelmäßige Zusammenarbeit mit der Camerata Salzburg, deren Soloflötistin sie seit 2013 ist.
Als Soloflötistin arbeitet sie u.a. mit der Cappella Andrea Barca unter der Leitung von Sir András Schiff, mit der Staatskapelle Dresden, den Rundfunk-Sinfonieorchestern von SWR, MDR und WDR zusammen.
Neben ihrer solistischen Tätigkeit widmete sie sich intensiv der Kammermusik. Sie konzertiert mit dem Trio Lobkowitz Wien, im Duo mit dem Gitarristen Thomas Müller-Pering sowie mit dem Mandelring Quartett. Literarisch-musikalische Projekte „Musik & Lyric“ verbindet sie mit Jan Philipp Reemtsma.
Für ihre künstlerischen Einspielungen wurde sie 2006 mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik und 2007 mit dem Leopold ausgezeichnet.
Im Jahr 2000 wurde sie als Professorin für Flöte an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar berufen. Von 2014 bis 2018 hatte sie eine Gastprofessur an der Akademia Muzycznaw Krakowie inne. Seit Oktober 2018 ist sie Universitätsprofessorin für Flöte an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Ein reiches internationales Konzertleben mit Recitals, Solokonzerten und Kammermusik, zahlreichen Rundfunk-und CD-Aufnahmen sowie eine internationale Jurytätigkeit dokumentieren die Vielseitigkeit ihres künstlerischen Wirkens.
Wally Hase ist Haynes Artist und spielt eine Silberflöte von Wm. S. Haynes (Boston).
Robert Bauerstatter, Viola
wurde 1971 in Linz geboren und studierte Konzertfach Viola an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wienbei Siegfried Führlinger und Peter Ochsenhofer.
Von 1998 bis 2001 war er Mitglied des Niederösterreichischen Tonkünstler-Orchesters. Seit 2001 gehört er dem Orchester der Wiener Staatsoper an; 2004 wurde er in die Wiener Philharmoniker aufgenommen, wo er die Position eines Stimmführers inne hat.
Neben seiner Orchestertätigkeit entfaltet Robert Bauerstatter eine rege kammermusikalische Tätigkeit. Als Gast renommierter philharmonischer Ensembles wie des Küchl-Quartetts, des Wiener Kammerensembles oder des Ensemble Wien sowie als Mitglied eigener Formationen – darunter Lissy-Quartett, Klavierquartett Wien, Ignaz Pleyel Quartett und Theophil Ensemble – konzertierte er international und wirkte an zahlreichen Radio- und Fernsehproduktionen mit. In unterschiedlichen Besetzungen entstanden bislang rund 15 CD-Einspielungen.
Als Solist trat er mit verschiedenen österreichischen Orchestern sowie mit den Philharmonien von Sofia, Plovdiv und Varna und dem Orquesta Filarmónica de la UNAM in Mexiko-Stadt auf. Sein Repertoire umfasst Werke von Karl Stamitz, F. A. Hoffmeister, Paul Hindemith, Bohuslav Martinů, Max Bruch, Hector Berlioz und Ignaz Pleyel. 2015 erschien seine Einspielung des Violakonzerts von Ignaz Pleyel auf CD.
Seit 2017 ist er regelmäßig bei der Kusatsu International Summer Music Academy and Festival zu Gast.
Robert Bauerstatter spielt eine Viola von Stephan von Baehr aus dem Jahr 2002.
Srebra Gelleva, Piano
Die österreichisch-bulgarische Pianistin Srebra Gelleva ist sowohl als Solistin als auch als gefragte Kammermusikerin international tätig. Konzertengagements führten sie in renommierte Säle Europas, darunter den Wiener Musikverein, das Wiener Konzerthaus und die Berliner Philharmonie, ebenso nach Asien(u. a. Toppan Hall Tokio, National Concert Hall Taipeh) sowie in die USA, wo sie in der Weill Recital Hall der Carnegie Hall in New York auftrat.
Ihr Debüt als Solistin mit Orchester gab sie bereits im Alter von neun Jahren. Seither konzertierte sie mit zahlreichen Orchestern, darunter die Philharmonien in Sofia, Plovdiv und Vidin, das Kammerorchester Zürich, das Tonkünstler Ensemble Wien sowie das Orquesta Filarmónica de la UNAM in Mexiko-Stadt.
Ein besonderer Fokus ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der Kammermusik. Entscheidende Impulse erhielt sie durch das frühe Zusammenspiel mit ihrem Bruder, dem Geiger Vesselin Gellev. 2008 gründete sie das Lissy Quartett und pflegt seither eine intensive Zusammenarbeit mit verschiedenen Ensembles und Musikerpersönlichkeiten. Regelmäßige Einladungen zu internationalen Festivals und Meisterkursen ergänzen ihre vielseitige Konzerttätigkeit.
Als erfahrene Klavierpartnerin ist sie unter anderem beim ARD-Musikwettbewerb, beim Deutschen Musikwettbewerb, bei der Sommerakademie Mozarteum Salzburg, der Orchesterakademie der Wiener Philharmoniker sowie beim Kammermusikfestival Allegro Vivo tätig.
Ihre Ausbildung absolvierte sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (Diplom mit Auszeichnung) sowie an der Hochschule für Musik Trossingen und der Juilliard School in New York. Zu ihren prägenden Lehrern zählen Julia Girginova, Roland Keller, Viktor Merzhanov und Herbert Stessin.
Srebra Gelleva ist Preisträgerin zahlreicher nationaler und internationaler Wettbewerbe.
Seit 2001 unterrichtet sie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien.
Zahlreiche CD-Produktionen sowie Rundfunk- und Fernsehaufnahmen dokumentieren ihr künstlerisches Schaffen. Ein besonderer Höhepunkt war ihre Mitwirkung mit dem Lissy Quartett und dem Wiener Staatsopernchor im Pausenfilm des Neujahrskonzerts 2019.
Ausstellung der Saison
Tom R.M., Fotographie
Achim Niemann, Malerei und Plastik
Eintrittspreis 25 €